Seit dem 31. Juli 2024 ist der Google Consent Mode v2 für Schweizer Websites, die Google Analytics 4, Google Ads oder andere einwilligungspflichtige Google-Dienste nutzen, obligatorisch. Die Nichteinhaltung kann negative Auswirkungen auf Ihre Website und die Nutzung der Google-Dienste haben.

Für Google Consent Mode v2 gibt es zwei Implementierungsmodi: Basic Mode und Advanced Mode.

In diesem Artikel entdecken Sie ihre Unterschiede, Vor- und Nachteile, um die richtige Wahl zu treffen.

Der Consent Mode v2 ist eine von Google angebotene API, die das Verhalten von Google Tags dynamisch an die Zustimmung des Nutzers anpasst.

Dies ist eine Weiterentwicklung des Google Consent Mode v1 (September 2020). Google Consent Mode v2 (November 2023) fügt zwei neue Signale (ad_user_data und ad_personalization) zu den beiden bereits bestehenden hinzu. Diese Entwicklung entspricht den verschärften DSGVO- und Digital Markets Act-Anforderungen in Europa und bietet mehr Transparenz und Granularität bei der Nutzung personenbezogener Daten.

Basic Mode vs. Advanced Mode: der Vergleich

Basic Mode

  • Kein Google Tag (Analytics, Ads…) wird ohne Einwilligung ausgelöst.
  • Nutzerdaten werden ohne Einwilligung nicht gesammelt.
  • Einfachere Implementierung, führt aber zu erheblichem Datenverlust, wenn der Nutzer Cookies ablehnt.

Advanced Mode

  • Google Tags werden beim Laden der Seite ausgelöst, bevor die Einwilligung erteilt wird.
  • Wenn der Nutzer noch keine Zustimmung gegeben hat, werden anonyme Pings ohne Cookies an Google gesendet.
  • Wenn eine Zustimmung vorliegt, funktionieren die Tags weiterhin normal mit vollständigen Daten.
  • Dies ermöglicht Google, Konversionen zu modellieren und die Leistung trotz einer hohen Ablehnungsrate besser zu schätzen.

Vergleichstabelle: Basic Mode vs. Advanced Mode

KriteriumBasic ModeAdvanced Mode
Auslösen von TagsNur nach EinwilligungSofort, aber im eingeschränkten Modus
Sammlung ohne EinwilligungKeineAnonyme Pings
Technische ImplementierungEinfachTechnischer über Consent Mode API
Modellierung von KonversionenNicht verfügbarJa
Konformität revDSGSehr hochKonform, wenn gut konfiguriert
Konformität DSGVOSehr hochKonform, wenn gut konfiguriert
Auswirkungen auf die LeistungVerlust von DatenModellierte partielle Daten

Warum den einen oder anderen wählen?

Basic Mode: Empfohlen, wenn die Einhaltung der Vorschriften Priorität hat und Sie bereit sind, einen Teil der Besucherdaten zu verlieren.

Advanced Mode: Empfohlen, wenn Sie Ihre Werbeleistung optimieren und eine Schätzung Ihrer Konversionen beibehalten möchten, auch ohne vollständige Einwilligung. Beachten Sie jedoch die Voraussetzungen.

Wann ist der Advanced Mode wirklich nützlich?

Der wahre Vorteil des Advanced Mode im Google Consent Mode v2 liegt darin, dass er Google ermöglicht, auch bei Cookie-Ablehnung anonyme Signale zu empfangen. Diese Signale, sogenannte Cookieless Pings, werden zur Speisung statistischer Modelle verwendet, die fehlende Konversionen und Verhaltensweisen schätzen können.

Damit diese Modellierung möglich ist, ist jedoch ein ausreichendes Volumen an Konversionen und eingewilligten Daten unerlässlich. Laut Google ist folgendes Datenvolumen zur Erstellung des Modells erforderlich:

  • Die Property muss mindestens 1.000 Ereignisse pro Tag mit analytics_storage='denied' für mindestens sieben Tage erfassen.
  • Die Property verfügt über mindestens 1.000 tägliche Nutzer, die Ereignisse mit analytics_storage='granted' für mindestens 7 der letzten 28 Tage senden.
  • Es kann mehr als 7 Tage dauern, bis dieser Datenschwellenwert in diesem 28-Tage-Zeitraum eingehalten wird; zusätzliche Daten könnten jedoch nicht ausreichen, um Analytics die Modellschulung zu ermöglichen.

Wie können Sie den Status der Modellierung überprüfen?

In Google Analytics 4 navigieren Sie zu:

Verwaltung → Anzeige von Daten → Identität für die Berichterstattung

In diesem Abschnitt können Sie die Modellierung aktivieren oder deaktivieren (standardmäßig aktiv) und überprüfen, ob das Datenmodell bereits aktiv ist.

In Google Analytics 4 navigieren Sie zu:

Verwaltung → Datenerhebung und -änderung → Zustimmungseinstellungen

In diesem Abschnitt können Sie die verschiedenen Status des Consent Mode v2 einsehen.

Fazit: Welchen Modus sollten Sie für Ihre Website wählen?

Die Wahl zwischen Basic Mode und Advanced Mode im Google Consent Mode v2 hängt in erster Linie von der Strategie und den Möglichkeiten Ihrer Website ab.

Der Basic Mode bleibt die einfachste und sicherste Lösung zur Gewährleistung einer strikten DSGVO-Konformität, allerdings auf Kosten eines erheblichen Datenverlusts bei Einwilligungsverweigerung.

Der Advanced Mode hingegen erweist sich als besonders interessant, da er es erlaubt, anonyme Signale an Google zu senden und von der Modellierung von Konversionen und Verhaltensweisen zu profitieren. Diese Option ist jedoch nur dann wirklich nützlich, wenn Ihre Website über ein ausreichendes Volumen an Daten und eingewilligten Events verfügt. Ohne diese Daten kann die Modellierung nicht aktiviert werden oder bleibt zu ungenau, um verwertbar zu sein, was den Advanced Mode dann nutzlos macht.

Bevor Sie den Advanced Mode wählen, ist es daher wichtig, Folgendes zu bewerten:

  • Ihre Einwilligungsrate
  • das Volumen der eingewilligten Ereignisse und Konversionen
  • und Ihren Gesamttraffic

Zusammenfassung

  • Basic Mode für Einfachheit und strikte Konformität.
  • Advanced Mode nur dann, wenn Sie über die notwendigen Datenmengen und -qualität verfügen, um zuverlässige und nützliche Modellierungen zu aktivieren.

Fragen zur Implementierung des Google Consent Mode v2 auf Ihrer Website? Kontaktieren Sie uns unter support@biskoui.ch.